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Verdauung

Allgemeines zu Verdauung
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Trockenfutter kann dazu führen, dass der Bauch aufquillt, Nassfutter führt zu einer erhöhten Ausscheidung und scharf gewürzte Speisen (die man der Katze eigentlich nicht geben sollte) führen zu Durchfall. Milch und Futter gemischt (Tabu) führen zur Gärung im Bauch. Auch Wurmbefall führt zu einer Beeinträchtigung der Verdauung und ist eine ernstzunehmende Krankheit. Weiteres nachfolgend:
Verdauungserkrankungen
Der Spulwurm

Dieser Schmarotzer wird bis zu 10 cm lang. Er ist völlig borstenlos und umringelt, lebt im Dünndarm der Katze und frisst dort den Darminhalt. Im Laufe eines Wurmlebens kann das Spulwurmweibchen bis zu 60 Millionen Eier legen. Pro Tag etwa 200.000. Die Spulwürmer machen einen bestimmten Entwicklungszyklus durch. Die Katze schluckt die Wurmeier durch Berührung mit infiziertem Kot. Im Magen entwickeln sich dann die Larven, bohren sich durch die Darmwand und gelangen in den Blutkreislauf. Auf der Wanderung durch den Organismus kapselt sich ein Teil der Larven im Muskelgewebe ab und wird erst wieder aktiv, wenn eine hormonale Veränderung im Körper (Trächtigkeit) stattfindet. Dadurch können junge Kätzchen schon bei der Geburt angesteckt werden. Die Wurmlarven ernähren sich von der Leber und Lunge und richten dadurch erhebliche Organschäden an. Werden die Katzen nicht rechtzeitig behandelt, entwickeln sich immer wieder neue Würmer und die Erkrankung wird zum ewigen Kreislauf. Anzeichen für einen Wurmbefall ist eine zunächst unerklärbare Nahrungsverweigerung mit abwechselndem Heißhunger. Ebenso sind übergroßer Durst, Erbrechen und gut sichtbare Blähungen ein Alarmzeichen. Es können sich auch Darmentzündungen entwickeln und zu Darmblutungen führen. Das Haarkleid wird stumpf und unansehnlich, das Tier zehrt aus und stirbt schließlich an Kreislaufversagen. Die Behandlung ist nur durch den Arzt möglich.

Der Hakenwurm

Dieser Schädling trägt seinen Namen wegen des gekrümmten Vorderteils. Das Männchen wird 6-10mm lang und hat einen Durchmesser von 0,5mm. Das Weibchen erreicht eine Länge von 12-20mm und wird etwa 0,7mm dick. Die Katze wird häufig von der Hakenwurmgattung Ancylostome tubaeforme befallen. Menschen können von diesen Parasiten auch heimgesucht werden. Die Entwicklung der Hakenwürmer erfolgt im Dünndarm. Die Eier werden mit dem Kot ausgeschieden. Die Larven entwickeln sich nun außerhalb des Körpers und brauchen keinerlei Zwischenwirte. Besonders gut gedeihen sie in feuchtwarmer Witterung. Sind sie genügend entwickelt, bohren sie sich durch die Haut ihres Opfers. Die Haupteinlasspforten sind die Pfoten und der Unterbauch. Gelegentlich werden die Larven auch von der Katze aufgeschleckt. Letztlich gelangen sie in den Blutkreislauf und dadurch in den Darm. Dort setzen sie sich an der Darmschleimhaut fest und saugen Blut. Ein Hakenwurmweibchen kann bis zu 20.000 Eier pro Tag legen, woraus sich bereits nach 48 Stunden winzige Hakenwurmlarven entwickeln. Der Wurmbefall führt zu blutigen Durchfällen und Hautentzündungen an den Eintrittspforten. Die Katze magert ab und leidet unter allgemeiner Kreislaufschwäche. Die Behandlung erfolgt durch den Arzt.

Der Lungenwurm

Der Lungenwurm ist ein winziger, aber nicht zu unterschätzender Schädling. Er erreicht eine Länge von 5-10mm. Während seiner Entwicklung benutzt er als Zwischenwirt Schnecken, die wieder von anderen Tieren verzehrt werden. Erwischt die Katze ein solches Tier als Beute, wird der Parasit übertragen. Bemerkbar macht sich die Infektion durch eine ständig triefende Nase und länger andauernden Husten. Anschließend kommt es zur Lungenentzündung, die selbst mit Antibiotika nicht behandelt werden kann. Der Tierarzt erkennt die Erkrankung anhand der Symptome und durch ein Röntgenbild der Lunge. Auch hier darf nur der Arzt behandeln.

Der Zwergfadenwurm

Dieser Plagegeist kann auch Mensch und Hund befallen. Wissenschaftlich nennt man ihn Strongyloides stercoralis. Die Würmer erreichen eine Länge von 2,5mm. Die Wurmlarven entwickeln sich im Freien und werden teilweise infektionsfähig. Sie können mit verunreinigter Nahrung oder mit infiziertem Trinkwasser aufgenommen werden, aber auch durch die Haut ihres Opfers dringen. Hauptziel ist der Dünndarm. Die Folgen des Wurmbefalls sind Durchfälle, die blutig und schleimig sein können und übel riechen. Nur der Tierarzt kann helfen.

Der Katzenleberegel

Öpisthorchis sinensis kommt ebenfalls bei Mensch und Hund vor. Er setzt sich in den Gallengängen, aber auch in der Bauchspeicheldrüse fest. Der Schmarotzer wird bis zu 12 mm lang und 2,5mm breit. Seine Entwicklung erfolgt zunächst im Wasser, wo er sich in Schnecken festsetzt. Dann durchläuft er verschiedene Stadien und benutzt als zweiten Zwischenwirt den Süßwasserfisch. Durch Verzehr roher Fische infiziert sich die Katze. Es kommt zu schweren Leberschäden bis hin zum Leberkrebs. Krankheitsanzeichen sind Appetitlosigkeit, häufiges Erbrechen und Auszehrung.

Die Trichine

Durch die Trichine wird das Krankheitsbild der Trichinose ausgelöst. Man unterscheidet zwischen Darm- und Muskeltrichinen. Das Unterscheidungsmerkmal wird von der Entwicklung her bestimmt. Die Jungwürmer der Muskeltrichine setzen sich im Darm fest und werden durch den Blutkreislauf in alle Körperregionen geschwemmt. Letztlich setzen sie sich in den gut durchbluteten Muskeln fest, sondern ihre Giftstoffe ab und zerstören so das Muskelgewebe. Die Darmtrichine entwickelt sich aus der Muskeltrichine. Sobald die Jungwürmer geboren sind, beginnen sie sich einzukapseln. Nach einem halben Jahr verkalkt die Kapsel, wodurch keine Giftabsonderung mehr möglich ist. Die Krankheitssymptome verschwinden. Als Wirte benutzt die Muskeltrichine beispielsweise Schwein, Ratte und Maus. Verzehrt die Katze eine infizierte Maus, wird die in der Maus befindliche Kalkkapsel durch die Magensäure aufgelöst und die Trichine wird wieder aktiv. Sie wandert in den Darm und entwickelt sich dort zur Darmtrichine. Normalerweise sterben die eingekapselten Jungwürmer nach einigen Jahren ab. Es gibt aber auch Ausnahmen. So wurden beim Menschen schon Trichinen mit einer Lebensdauer von 30 Jahren und beim Schwein Jungwürmer mit einer Lebensdauer von zehn Jahren gefunden. Die Symptome sind nicht leicht zu erkennen und nur schwer zu deuten, da die Trichinose bei der Katze nicht sehr häufig vorkommt. Auf jeden Fall dürfte das betroffene Tier rheumaartige Auffälligkeiten zeigen und unter Muskelschmerzen leiden. Letztlich geht die Katze steif und meidet überflüssige Bewegungen. Das Umweltgeschehen interessiert sie in diesem Zustand nur noch wenig. Bei Verdacht frage am besten den Arzt.

Bandwürmer

Theoretisch kann die Katze von fünf Bandwurmarten befallen werden. Hauptsächlich wird sie jedoch vom dickhalsigen Bandwurm (Taenia taeniaeformis) und vom kürbiskemartigen Bandwurm (Dipylidwm canmnm) heimgesucht. Einige Bandwürmer der Katze können auch auf den Menschen übertragen werden. Der dickhalsige Bandwurm wird bis zu 160mm lang. Die ersten Glieder sind kurz und werden dann keilförmig. Als Zwischenwirt benötigt er Ratte und Maus. Daher tritt er in mäusereichen Jahren vermehrt auf. Der kürbiskernartige Bandwurm erreicht eine Länge bis zu 400mm. Seinen Namen hat er nach dem Aussehen. Die Glieder sind kürbiskernförmig und rosa gefärbt. Als Zwischenwirte benutzt er den Floh und den Haarling. Er kommt bei Mensch, Hund und Fuchs vor. Die Krankheitserscheinungen müssen nicht immer charakteristisch sein. Manchmal bekommt die Katze Durchfall und magert trotz guter Nahrungsaufnahme ab. Aber oft bekommt man die ersten Hinweise auf Bandwürmer durch eine zufällige Kotuntersuchung. Die im Kot befindlichen Bandwurmglieder sind entweder weiß und elastisch oder rosa und kürbiskernförmig. Die Behandlung besteht aus einer Wurmkur. Vorbeugend sollte der Kot regelmäßig begutachtet, der Mäuseverzehr verhindert und Flöhe vernichtet werden. Fleisch wird nur gekocht angeboten.

Behandlung gegen Würmer

Die einzig mögliche Behandlung beim Wurmbefall ist eine Entwurmungskur, die nur nach ärztlicher Anweisung erfolgreich ist. Die Pharmaindustrie empfiehlt für Haken- und Spulwürmer eine vorbeugende Entwurmung nach dem nachfolgenden Schema systematisch durchzuführen:
Erstentwurmung im Alter von ungefähr zwei Wochen. Wöchentlich eine Wiederholung in der dritten bis achten Woche und nochmals in der zehnten und zwölften Woche. Katzen über zwölf Wochen sollten routinemäßig vierteljährlich entwurmt werden. Geschlechtsreife Kätzinnen entwurmt man während der Säugeperiode gemeinsam mit ihren Jungen und in der zweiten, vierten und sechsten Woche nach jeder Läufigkeit. Ansonsten alle Vierteljahre routinemäßig.

Zusätzliche Informationen findest Du in der Rubrik Organe.

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