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Organe

Allgemeines zu Organe
Erkrankungen der Organe kannst Du niemals selber diagnostizieren. Es ist unbedingt bei Verdacht erforderlich, den Tierarzt zu konsultieren. Mann kann durch Tasten bei schweren Erkrankungen zwar die entsprechende Stelle lokalisieren, aber natürlich nicht bestimmen, was sich genau dahinter verbirgt, wenn Deine Katze sich dann durch ihre Schmerzen bemerkbar macht.
Herz, Blutkreislauf, Blut
Entzündung des Herzens

Im Gefolge von Infektionskrankheiten und anderen kreislaufbelastenden Erkrankungen kommt es gelegentlich zu Entzündungen des Herzens. Wir kennen die Herzbeutelentzündung, die Herzmuskelentzündung und die Entzündung der Herzinnenhaut. Die Ursachen sind bakterielle und virusbedingte Erkrankungen. Die Symptome gehen über eine allgemeine Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit bis hin zur Schlaffheit und Schwäche. Der Arzt behandelt die Grundkrankheit. Die Katze braucht Ruhe, frische Luft, wenig Stress und nahrhafte, leichte Kost.

Herzbeutelwassersucht (Hydroperikard)

Sie entsteht häufig als Komplikation einer Herzschwäche oder Brustwassersucht. Verursacht wird sie durch einen Blutstau, ähnlich der Brustwassersucht. Die abgesonderte Flüssigkeit gelangt in den Herzbeutel, der sich dadurch vergrößert und die Herztätigkeit stört.
Symptome: Atemnot, die sichtbaren Schleimhäute verfärben sich bläulich, schwere Kreislaufstörungen und Kreislaufzusammenbruch.
Therapie: Der Arzt behandelt die Grundkrankheit. Die Katze braucht Ruhe, frische Luft und eine leichte, nahrhafte Kost.

Herzschwäche (Cardiale Insuffizienz)

Bei dieser Erkrankung ist der Herzmuskel nicht in der Lage, die erforderliche Blutmenge an den großen und kleinen Blutkreislauf abzugeben.
Ursachen: Angeborene Schwäche oder Ergebnis eines zu hohen Körpergewichts durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung. Erkrankung tritt auch nach Infektionskrankheiten auf.
Symptome: Atemnot, bläuliche Schleimhäute, Bewusstlosigkeit durch Kreislaufzusammenbruch. Allgemeine Abgeschlagenheit und Schwäche.
Therapie: Bleibt dem Arzt überlassen. Täglich mehrere kleine Mahlzeiten mit leichtverdaulicher Kost. Unterbringung im sauerstoffreichen Raum. Kleinere und gemütliche Spaziergänge.

Blutkreislauf
Lungen- und Leberstauung

Bei Versagen der linken Herzkammer kommt es zu einem Blutstau in der Lungenvene und dadurch auch in der Lunge. Die Krankheitsanzeichen sind: bläuliche Verfärbung der Schleimhäute und Atemnot, insbesondere nach körperlicher Leistung, geringfügiger Bewegungsdrang, Husten und Würgen mit weißem Schaum. Eine Behandlung ist nur durch den Arzt möglich. Das Tier braucht Ruhe und eine sauerstoffreiche Umgebung. Ebenfalls ist eine leicht verdauliche Kost angezeigt. Eine Leberstauung entsteht häufig durch Versagen der rechten Herzkammer. Das Blut staut sich in den Venen des großen Blutkreislaufs, was über das Pfortadersystem zur Leberstauung führt.
Symptome: Das Kätzchen nimmt ab und leidet unter Erbrechen. Ebenfalls können Durchfälle auftreten, die mit Blut vermengt sind. Die Katze vermeidet Anstrengungen und wirkt matt.
Behandlung: Zur Behandlung wird der Tierarzt aufgesucht. Die Katze bekommt leicht verdauliche aber dennoch kräftige Kost in kleinen Portionen über den Tag verteilt. Weiterhin braucht sie eine sauerstoffreiche Umgebung. Übergewichtige Katzen sollten unbedingt abnehmen. Hier wird Dich Dein Tierarzt beraten. Du musst darauf achten, dass im Futter nicht zu viel Kochsalz enthalten ist.

Blut

Anämie (Blutarmut)

Diese Erkrankung tritt in vielen Formen auf. So gibt es beispielsweise Blutungsanämien, Eisenmangelanämien und Anämien, die auf Vergiftungen zurückzuführen sind. Alle entstehen durch eine Verminderung der roten Blutkörperchen. Dadurch kann der Organismus nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt werden. Die Krankheitsanzeichen zeigen sich langsam. Das Tier wird matt, unlustig und vermindert die Futteraufnahme. Die sichtbaren Schleimhäute werden blass. Die Katze vegetiert vor sich hin. Bei solchen Anzeichen ist sofort der Arzt aufzusuchen. Außer der ärztlichen Behandlung braucht die Katze eine sauerstoffreiche Umgebung. Der Arzt wird die Grundkrankheit behandeln und blutbildende Mittel verordnen. Die Pflege erfolgt nach seinen Anweisungen. Besonders gefährlich ist die ansteckende Blutarmut, die durch einen Blutparasiten verursacht wird. Ist der Organismus durch mangelnde oder falsche Ernährung geschwächt, breitet sich diese Erkrankung eher aus. Im akuten Fall bekommt die Katze bis zu 40,5° Fieber, leidet unter Appetitmangel und die Schleimhäute werden blass. Sie wird matt und magert rasch ab. Die Diagnose stellt der Arzt durch Blutausstriche. Die Behandlung bleibt ebenfalls dem Arzt überlassen.

Leukämie (krankhafte Vermehrung der weißen Blutkörperchen)

Im Volksmund wird diese Krankheit als Blutkrebs bezeichnet. Auch hier gibt es verschiedene Formen. Ausgelöst wird die Leukämie durch ein Virus mit dem wissenschaftlichen Namen „Felines Leukämievirus“ (FeLV). Dieses Virus verursacht die abnorme Vermehrung der weißen Blutkörperchen, wodurch der Organismus geschädigt wird. Es hat eine Ähnlichkeit mit dem Leukämievirus der Mäuse und Hühner. Es gibt auch Katzen, die das Virus in sich tragen, aber selbst keine Krankheitsmerkmale aufweisen. Trächtige Katzen können ihre Jungen infizieren.
Krankheitszeichen: Vergrößerte Lymphknoten, Mattigkeit und Auszehrung. Im fortgeschrittenen Stadium haben die Katzen ein hohes Schlafbedürfnis. Da es keine genügend wirksame Behandlung gibt, wäre die Einschläferung des Tieres zu überlegen. Im akuten Fall entscheidet der Arzt.

Bronchial- und Lungenerkrankungen
Bronchitis (Entzündung der Bronchien)

Eine Bronchitis entsteht meistens im Anschluss an eine Entzündung des Nasen- und Rachenraumes. Ausschlaggebend sind hier die Eitererreger, die durch die vorausgegangene Entzündung in die Bronchien gelangen oder mit der Atemluft eingeatmet werden. Chemische Reize können ebenfalls eine Bronchitis hervorrufen.

Die Symptome sind typisch: Zunächst entsteht ein trockener Husten, der später mit Schleim und Eiter vermischt ist. Die Katze hat eine erhöhte Temperatur und die Bronchialschleimhäute schwellen an. Auffallend sind die immer wiederkehrenden Hustenanfälle, die das Tierchen quälen. Die Bronchitis kommt in verschiedenen Formen vor. Als Komplikation kann eine Lungenentzündung auftreten.
Die Behandlung wird vom Arzt vorgenommen. Er gibt ein fiebersenkendes und schleimhautabschwellendes Mittel. Weiterhin verordnet er ein Inhalat oder Tropfen zur Lösung des Schleimes. Die Nahrung wird nach seinen Anweisungen, dem Krankheitszustand des Tieres entsprechend, zubereitet.

Lungenentzündung (Pneumonie)

Sie entwickelt sich häufig aus einer Bronchitis und tritt in verschiedenen Formen auf. Bei Katzen steht die sogenannte Bronchialpneumonie im Vordergrund. Wir kennen Pneumonien, die bakteriell und viral bedingt sind. Es kommen auch gemischte Formen vor. Auf eine bakterielle Pneumonie pfropft sich gerne eine Virusinfektion auf. Ebenso können Schmarotzer, beispielsweise Wurmlarven, die in die Lunge gelangen, eine Lungenentzündung bewirken. Die Krankheitsanzeichen beginnen mit Fieber über 40° C. Die Atmung wird oberflächlich und anschließend schwer und geräuschvoll. Der Allgemeinzustand des Kätzchens ist schlecht. Es macht einen schweren Leidenseindruck und frisst nicht mehr. Die Behandlung wird vom Arzt durchgeführt. Er wird ohne Antibiotikagaben nicht auskommen. Das Tier braucht einen sauberen, gut gelüfteten Raum. Die weitere Behandlung besteht aus einem Prießnitzwickel, wobei ein gut angefeuchtetes Tuch auf die Brust des Patienten gelegt und mit einem Plastikstück abgedichtet wird. Dann wird ein Wolltuch drum herum gewickelt. Der Wickel bleibt ein bis zwei Stunden angelegt. Nicht jedes Tier macht diese Prozedur mit. Lehnt die Katze heftig ab, muss sie auf andere Weise warm gehalten werden.

Lungenblähung (Lungenemphysem)

Die Lungenblähung entsteht durch eine Überdehnung der Lungenbläschen. Die Sauerstoffzufuhr ist größer, als sie sich zu dehnen vermögen. Dieser Belastung halten sie nicht stand und platzen. Die Folge ist eine verminderte Sauerstoffversorgung des Körpers.

Die Symptome: Das Kätzchen atmet schwer und bekommt schließlich Atemnot. Dabei hat es einen sogenannten „leeren“ Husten. Das typische Hustengeräusch fällt weg: an seine Stelle tritt ein mehr hauchendes Husten.
Zur Behandlung wird das Tier dem Arzt vorgestellt. Es braucht viel Sauerstoff und muß ruhiggehalten werden. Futter bekommt es in kleinen Portionen, damit das Zwerchfell und die damit verbundene Atmung nicht durch den zu sehr gefüllten Magen behindert wird. Darüber hinaus erhält es die vom Arzt verordnete Medizin.

Lungenödem (Flüssigkeitsansammlung in der Lunge)

Diese Erkrankung tritt häufig im Zusammenhang mit einer Lungenentzündung auf. Die Lungenbläschen (Alveolen) füllen sich mit der abgesonderten Flüssigkeit und erschweren den Sauerstoffaustausch oder machen ihn unmöglich.
Dementsprechend sind auch die Symptome: Die Katze hat Schwierigkeiten beim Einatmen und einen trockenen Husten, der später feucht (enthält Sekret) wird. Sie kann auch Schaum aushusten. Das Tier vermeidet Bewegungen und unterstützt das Atmen durch die Bauchmuskulatur. Atmung und Puls sind beschleunigt. Kreislaufstörungen stellen sich ein. Behandelt wird die Katze nur durch den Arzt.

Pneumothorax (Luftbrust)

Er entsteht durch Verletzungen der Brustwand oder durch Lungenrisse. Es dringt Luft in den Brustfellraum ein, wodurch der im Lungenbereich herrschende Unterdruck vermindert wird. Dadurch kann sich die Lunge beim Einatmen nicht mehr ganz ausdehnen.

Symptome: Große Atemnot, dabei typische Kopf- und Halshaltung. Um besser atmen zu können, streckt die Katze Kopf und Hals weit nach vom.
Behandlung: Das Tier muss unbedingt ruhiggestellt werden und braucht viel sauerstoffreiche Luft. Sofort zum Arzt!

Hydrothorox (Brustwassersucht)

Hier kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen Rippen- und Brustfell. Sie entsteht nicht durch eine Entzündung, sondern durch Venenstauungen im Lungenkreislauf, die durch Schwellung der Lymphgefäße zustande kommen.

Symptome: Langsam einsetzende Atemnot, die schließlich zum Lufthunger führt. Die Katze streckt den Kopf weit nach vorn und macht mit den Flanken pumpende Bewegungen. Die Schleimhäute werden rötlich und wirken verwaschen.
Behandlung: So früh wie möglich zum Tierarzt. Er entfernt die Flüssigkeit mittels Punktion, unterstützt den Kreislauf durch entsprechende Mittel und gibt möglicherweise, als Ersatz für die entnommene Flüssigkeit, eine Infusion, die gleichzeitig als Nahrung dient. Bis zu den ersten Genesungsanzeichen sollte der Katze leichte, aber nahrhafte Kost gegeben werden.

Tuberkulose:

Siehe Infektionskrankheiten

Lungenkrebs

Er ist relativ selten. Meistens entwickelt er sich im Verlauf der Katzenleukämie. Betroffen sind häufig die Mittelfell-Lymphknoten.

Brustfellentzündung (Pleuritis)

Das Brustfell ist ein feines, elastisches Häutchen, das die Innenseiten der Brustwand auskleidet und die Lungen überzieht. Die häufigsten Entzündungen entstehen im Verlauf von Infektionskrankheiten und nach Verletzungen.

Die Krankheitsanzeichen sind Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit, schmerzhafter Husten und eine typische oberflächliche Atmung unter Zuhilfenahme der Bauchmuskulatur.

Behandeln darf nur der Arzt. Das Tier darf sich nur wenig bewegen und muss in einem gut gelüfteten Raum untergebracht werden. Es benötigt viel Sauerstoff, darf aber auf keinen Fall Zugluft bekommen. Man gibt Appetitanreger in Form von Leckerbissen und eine kräftige, aber nicht belastende Kost.

Zwerchfellriss (Hernia diaphragmatica)

Das Zwerchfell kann infolge eines Autounfalls, eines Sturzes, einer Schlag- oder Trittverletzung reißen. Dadurch können Teile der Leber und des Darms in die Bauchhöhle vorfallen. Die Atmung wird behindert.
Symptome: Die Katze bekommt schwere Atemnot und atmet über den Brustkorb.
Behandlung: Sofort zum Arzt. Er wird chirurgisch eingreifen müssen.

 

Erkrankungen des Bauches und der Milz
Erkrankungen des Bauches

Sie sind immer ernst zu nehmen und das Tier ist sofort dem Arzt vorzustellen. Eine sichere Diagnose durch den Laien ist nicht möglich. Es gilt, anhand der Symptome eine Verletzung oder Erkrankung zu erkennen und schnell zu handeln. Besonders bei sogenannten stumpfen Verletzungen nach Unfallen muss aus dem Verhalten des Tieres auf eine Schädigung geschlossen werden können. Als stumpfe Verletzung bezeichnet man eine innere Verletzung, die durch die äußere Betrachtung nicht erkannt werden kann, weil keine Wunde zu sehen ist.
Die Symptome: Bauchschmerzen und dadurch bedingt Verkrampfungen und Krümmen. Ungewöhnliche Bauchschwellungen und rasche Zunahme des Bauchumfangs. Schwierigkeiten beim Kotabsetzen und Fressunlust. Absonderliche Atmung, Erbrechen und Durchfall.

Krankhafte Veränderung der Milz

Das größte Organ des Lymphsystems ist die Milz. Sie hat verschiedene Funktionen: Einerseits dient sie als Blutspeicher, baut die roten und weißen Blutkörperchen ab, andererseits bildet sie aus dem Hämoglobin (Blutfarbstoff) die Gallenfarbstoffe und speichert das Bluteisen. Kommt es durch einen Unfall zum Milzriss besteht akute Verblutungsgefahr. Bei weniger schweren Verletzungen heilt die Milz aus, lässt jedoch Narben zurück, die ihre Funktion beeinträchtigen können. Milzvergrößerungen findet man besonders während oder nach Infektionskrankheiten. Milzveränderungen kann nur der Arzt durch Abtasten feststellen. Die Milz liegt unter der linken Zwerchfellkuppel. Behandelt wird die Grundkrankheit.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Harnorgane
Wie bei allen Erkrankungen, gibt es auch bei den Krankheiten des Geschlechtsapparates seltene und häufiger vorkommende Fälle. Wir möchten uns auch hier auf diejenigen beschränken, die in der Praxis anzutreffen sind.

Scheidenentzündung

Die Scheidenentzündung (Vaginitis) stellt sich bei der Katze häufig als Folgeschädigung während einer Infektionskrankheit ein. Sie kann aber auch durch hormonelle Störungen ausgelöst werden.
Krankheitserscheinungen: Die Scheidenschleimhaut rötet sich und schwillt an; darüber hinaus hat das Tier einen schleimig-eitrigen Ausfluss, der manchmal auch blutig ist. Die Katze beleckt sich ständig und macht oft Gebärden, als wolle sie Wasser lassen. Die Behandlung wird vom Tierarzt durchgeführt.

Entzündung des Gesäuges

Gelegentlich wird auch die Entzündung des Gesäuges (Mastitis) angetroffen. Besonders gern entzünden sich die Zitzen während der Säugezeit. Sie werden durch den Saugvorgang sehr beansprucht, und manchmal entstehen durch Kratzen der kleinen, scharfen Katzenkrallen winzige Wunden, die für Bakterien einen guten Nährboden darstellen. Werden die Babykatzen entwöhnt, kann es zu einem Milchstau kommen, der ebenfalls eine Entzündung auszulösen vermag.

Krankheitserscheinungen: Die Katze bekommt meist über 40° C Fieber, die Zitzen röten sich und weisen eine erhebliche Schwellung auf. Die betroffenen Zitzen können sich aber auch verhärten und ledrig werden. Darunter leidet auch die Qualität der Milch. Auch hier wird die Behandlung dem Arzt überlassen. Bei einer Gesäugeentzündung dürfen die jungen Kätzchen nicht mehr trinken. Sie müssen entwöhnt und mit der Flasche aufgezogen werden.

Haarverlust nach Kastration

Nach der Kastration stellt sich beim Kater manchmal ein Haarverlust (Alopezie) ein. Die Haare fallen zuerst am Unterbauch und an den Schenkelinnenflächen aus, danach erstreckt sich der Haarausfall auf die Außenflächen der Schenkel, auf den Rumpf und die Vorderbeine. Zurückzuführen ist diese Erkrankung auf eine hormonale Veränderung. Der Tierarzt wird die Behandlung einleiten.

Hoden in der Bauchhöhle

In einzelnen Fällen kann es passieren, das ein Hoden sich in der Bauchhöhle entwickelt hat. Dies kann dazu führen, dass viel zu viele Hormone produziert werden und der Kater verfrüht die Geschlechtsreife erlangt. Hier ist die einzige Möglichkeit die Kastration und die somit operative Entfernung des in der Bauchhöhle befindlichen Hodens, um spätere Komplikationen und Beschwerden auszuschließen. Unser Kater hatte dies leider auch. Er zeigte schon im Alter von 5 Monaten die für die Geschlechtsreife typischen Merkmale wie Harnspritzen usw. Die Operationskosten beliefen sich auf 75,00 Euro.

Erkrankungen der Harnorgane

Zu den Harnorganen gehören die Nieren, die Harnleiter, die Blase und die Harnröhre. Die Erkrankung dieser Organe kann sich auf den gesamten Organismus auswirken.

Nierenentzündung

Hier gibt es die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) und die Nierenentzündung (Nephritis). Beide Erkrankungen können akut oder chronisch verlaufen. Durch die Entzündungsprozesse wird das Nierengewebe geschädigt und kann seine entgiftende Funktion nicht mehr wahrnehmen. Nierenentzündungen stellen sich auch häufig nach Infektionskrankheiten ein. Die allgemeinen Symptome sind: Mattigkeit, Appetitlosigkeit, hohes Schlafbedürfnis, erhöhter Durst und Abmagerung. Ebenso können sich Erbrechen und Durchfall hinzugesellen. Bei besonders gravierender Nierenschädigung kann es zur Harnvergiftung (Urämie) kommen. Sie entsteht dadurch, dass die harnpflichtigen Stoffe, insbesondere die Stickstoffschlacken, nicht mehr genügend ausgeschieden werden können und sich im Gewebe oder im Blut ansammeln. Die Katze hat eine verminderte Harnabsonderung, magert ab, erbricht und hat einen schlechten Mundgeruch (nach Ammoniak). Letztlich trocknet sie aus und stirbt. Bei allen unklaren Symptomen sollte daher der Arzt aufgesucht werden. Das Tier braucht viel Flüssigkeit und vor allem eine salzarme Diät.

Blasenentzündung (Zystitis)

Sie kann durch Bakterien ausgelöst werden, aber auch durch Blasensteine oder Blasengrieß entstehen. Die Symptome sind eindeutig: Die Katze hat Schmerzen beim Wasserlassen und sondert auch nur geringe Harnmengen ab. Das Tier hat besonders viel Durst und krümmt sich möglicherweise beim Gehen. Der Arzt wird Antibiotikagaben verabreichen. Die Katze braucht Ruhe und Wärme.

Harnblasensteine

Man vermutet, dass sie sich aufgrund einer bestimmten Konstellation zwischen dem Mineralstoffgehalt des Wassers und des Futters entwickeln. Krankheitsanzeichen: Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Harn. Gebildete Steine müssen chirurgisch entfernt werden. Prophylaktisch kann eine Diät verordnet werden. Der Arzt entscheidet über die Fütterung von Fall zu Fall.

Harnröhrengrieß

Hier wird durch Ablagerung gröberer Harnbestandteile die Harnröhre verstopft. Besonders betroffen sind kastrierte Kater und Perserkatzen. Die Ursachen sind noch nicht ganz geklärt. Es könnte jedoch auch ein gewisser Zusammenhang mit der Flüssigkeitsaufnahme bestehen. Katzen, die zu wenig Wasser zu sich nehmen, laufen eher Gefahr, Harnröhrengrieß zu bekommen, da die harnpflichtigen Stoffe nicht genügend ausgeschwemmt werden können.
Die Symptome sind ähnlich der Harnblasensteinkrankheit: Schwierigkeiten und Schmerzen beim Wasserlassen, Absonderung geringer Urinmengen und Blut im Urin. Nur der Arzt entscheidet über die Behandlung. Salzarme Diät und mit viel Flüssigkeit ist angezeigt.

weiterführender Bericht: Harnstein – Verursacht Trockenfutter Harnstein?
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
Appetitlosigkeit

Ursache ist häufig eine Entzündung des Magen-Darm-Bereichs. Bei Futterverweigerung sollte man die Katze zunächst einen Tag fasten lassen. Danach darf ihr leicht verdauliche und appetitanregende Kost angeboten werden.

Erbrechen

Ist ebenfalls ein Symptom von Magen- und Darm-Störungen. Es kann vielerlei Ursachen haben, die für den Laien nicht erkennbar sind. Manchmal erbrechen Katzen auch Haarballen, da sie beim Putzen oft Haare schlucken. Haben sie Mäuse oder Vögel verzehrt, würgen sie das Gewöll heraus.
Behandlung bei Erbrechen ohne sichtbare Ursache: Einen Tag fasten lassen, danach leicht verdauliche Kost. Es darf auch ein wenig Kamillentee verabreicht werden. Bei Erbrechen sollte auch an eine Verwurmung gedacht werden. Wenn Deine Katze über einen längeren Zeitraum erbricht ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen.

Verstopfung

Wird oft auf Ernährungsfehler und mangelnde Bewegung zurückgeführt. Kann auch eine Grundkrankheit als Ursache haben.
Behandlung: Zuerst eine etwas fettere Mahlzeit anbieten und einen halben Teelöffel Paraffinöl hinzugeben. Wird nach zwei Tagen keine Besserung beobachtet, muss der Tierarzt aufgesucht werden. Bei chronischer Verstopfung ist eine gröbere Mahlzeit mit entsprechenden Ballaststoffen anzubieten.

Darmentzündungen

Darmentzündungen gibt es in verschiedenen Formen. Sie können akut und chronisch verlaufen. In besonders schlimmen Fällen bilden sich Darmgeschwüre. Auch die Entwicklung von Darmkrebs ist möglich. Betroffen ist die Schleimhaut des Dünn- und Dickdarms. Der Dünndarm entzündet sich gern, wenn eine Magenschleimhautentzündung vorausgegangen ist. Die Ursachen sind sehr vielschichtig. Die Entzündungen können durch Bakterien und Viren entstehen, aber auch Folge eines Wurmbefalls, einer Verletzung, einer Vergiftung oder eines Fütterungsfehlers sein. Die Katze hat möglicherweise Durchfall und Blut im Stuhl. In einem solchen Fall muss das Tier dem Arzt vorgestellt werden. Man verabreicht leichte Kost und bringt die Katze In einem ruhigen Raum unter.

Leberentzündung (Hepatitis)

Die Leber ist eines der wichtigsten Organe. In ihr vollziehen sich die meisten Stoffwechselprozesse, sie speichert Kohlehydrate in Form des Glykogens, scheidet Galle und Stoffwechselschlacken aus, entgiftet Stoffwechselprodukte, körperfremde Gifte und sorgt für deren Ausscheidung. Wird die Leber durch Viren, Bakterien oder starke Gifte empfindlich gestört, entzündet sie sich.

Die Krankheitserscheinungen sind vielseitig: Die Katze frisst nur noch wenig und wirkt matt. Der Harn wird dunkelgelb und bei fortgeschrittener Entzündung werden auch die Schleimhäute gelblich (Augen und im Mäulchen). Der Kot wird lehmfarben und glänzt fettig, es folgt Durchfall oder Verstopfung. Die Katze wird unruhig und bekommt Muskelzuckungen. Verhärtet die Leber, kann es zur Bauchwassersucht kommen.
Behandeln darf nur der Tierarzt. Die Katze erhält eine fettfreie und leicht verdauliche Kost. Die Leberentzündung kann chronisch oder perakut sein.

Iktems (Gelbsucht)

Die Gelbsucht ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf eine Grundkrankheit hinweist, die die Leber in Mitleidenschart zieht. Sie entsteht durch Absonderung von Gallenfarbstoffen und Gallensäuren in das Gewebe. Die Augen und Schleimhäute färben sich gelb, die Katze leidet unter Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Sie frisst kaum noch und wird teilnahmslos. Die Gelbsucht kann auch durch einen Leberegelbefall hervorgerufen werden. Der Arzt behandelt die Grundkrankheit. Ebenfalls ist eine fettfreie und leicht verdauliche Kost zu verabreichen.

Zuckerharnruhr (Diabetes mellitus)

Kommt bei der Katze nur selten vor. Hier werden größere Mengen Zucker über den Harn ausgeschieden. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Bauchspeicheldrüse erkrankt ist. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssäfte und in den „Langer- hansschen Inseln“ das Zuckerhormon Insulin. Ist dieser Teil der Drüse geschädigt, kann die Zuckerausschüttung nicht mehr richtig reguliert werden. Dadurch wird der Stoffwechsel erheblich gestört. Die Folgen sind: Gewichtsabnahme trotz vermehrter Fresslust. Erhöhte Flüssigkeitsaufnahme, Neigung zu Hautausschlägen und Mattigkeit bis hin zur Apathie. Die Behandlung ist sehr schwierig. Hier muss der Tierarzt entscheiden, ob er behandelt und wie das Tier ernährt werden muss.



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