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Lexikon R

Rabies
Tollwut

Rachitis
Knochenweiche. Im eigentliche Sinne bei der Katze nicht vorkommend. Das durch Phosphorüberangebot rachitisch erscheinende Krankheitsbild – verbogene Gliedmaßen und Wirbelsäulenabschnitte – ist die Osteogenesis imperfekta.

Radfahrer-Reaktion
Ein auf ein Ersatzobjekt gerichtetes Verhalten. Würde man eine aus kämpferischer Auseinandersetzung geflohene Katze durch Streicheln beruhigen, könnte sie darauf aggressiv reagieren. Sie reagiert ihre überschüssige Erregungsenergie am Menschen als einem Ersatzobjekt ab.

Ragdoll
Diese amerikanische Halblanghaar-Rasse verdankt ihren Namen, laut Aussage der Züchter, ihrer Verträglichkeit und Verspieltheit. Ihr Äußeres erinnert stark an das der Birmakatze. Das Fell ist mittellang bis lang, fein und weich wie Kaninchenfell. Besonders hervorgehoben wird, dass es weder filzt noch knotet.

Rangordnung
Abgestuftes System der Individuen bei sozial lebenden Tieren, das ein geordnetes Zusammenleben und gerichteten Informationsfluss innerhalb der Gruppe gewährleistet. Überlegenheit bzw. Unterlegenheit deuten eine Bezugsform zwischen den Individuen, nicht aber eine soziale Wertskala. Katzen als Einzelgänger neigen weniger zur Ausbildung einer starren und absoluten Rangordnung. Daher spricht man bei ihnen von einer relativen Rangordnung, welche meist nur ortsgebunden zum Ausdruck kommt. Zwischen Katern eines größeren Einzugsgebietes stellt sich nach anfänglichen Auseinandersetzungen bald eine formale Rangordnung ein, es kommt zu kampffreien Treffen in einer Art „Bruderschaft“. Heranwachsende Kater müssen sich, sowie sie ihre Geschlechtsreife erreicht haben, einen Platz in dieser Rangordnung erkämpfen. Im eigenen Territorium ist eine Katze allen fremden Katzen gegenüber von vornherein überlegen. Die Rangstellung bei Katzen ist weder allein von der Stärke noch von der Größe oder dem Geschlecht abhängig. Eine Rangordnung kann auch auf den vertrauten Menschen übertragen werden, der von der Katze als Artgenosse betrachtet wird. Bei Neugeborenen entwickelt sich schon beim Kampf um die milchreichsten Zitzen eine Rangordnung, welche in der gesamten Entwicklungsphase bis zur Familienauflösung beibehalten wird.

Ranula
Froschgeschwulst. Erhebliche Erweiterung des Speichelgangs. Meistens als Folge eines den Ausführungsgang verlegenden Speichelsteins. Nur selten durch Wärme und Gabe von Medikamenten, sicher aber durch Operation zu beheben.

Rasse
Innerhalb der Haustierarten werden tierzüchterisch, wegen der großen Formen – und Leistungsvielfalt, weitere Untereinheiten wie Rassen, Populationen, Linien und Formen unterschieden. Die Rasse als Untereinheit der Art hat bestimmte statistisch erfassbare Besonderheiten

Rassekatze
Auch Edelkatze. Die planmäßige Zucht von Rassen hat in England ihren Ursprung. In seltene Fällen echte Rassen, meist Farbvariationen und Fellvarianten. Die Rassen entsprechen dem vom jeweiligen Verband festgelegten Standard und besitzen einen Stammbaum bzw. einen Abstammungsnachweis. Die Standards sind in Langhaarkatzen und Kurzhaarkatzen aufgeteilt.

Rattengiftvergiftung
Selten direkt durch ausgelegte Giftköder. Meist indirekt, durch Verzehr vergifteter, leicht zu fangender Ratten oder Mäuse

Räude
Oberbegriff für alle durch achtbeinige Gliedertiere verursachten Hautkrankheiten. Durch unterschiedlich ausgeprägten Juckreiz auffällig.

Reflex
Unwillkürliche Reaktion des Körpers aus einen bestimmten Reiz. Der Reflex erfolgt in einem Reflexbogen, in dem ein Empfänger den Reiz aufnimmt, in eine Erregung umwandelt und diese über Nervenbahnen zu einem Zentralorgan weiterleitet. Hier erfolgt eine Umschaltung, welche die Erregung an ein Erfolgsorgan führt, und eine entsprechende Reaktion erfolgt. Im Laufe des Lebens können unter Beteiligung des Gehirns sogenannte Reiz-Reaktions-Beziehungen erworben werden, bei denen ein unbedingter Reflex ohne Beteiligung des eigentlichen Reizes ausgelöst wird. Dieser bedingte oder erworbene Reflex wird durch den Einbau erlernter Reizmuster als Auslöser gebildet. Für die Katze genügt nach entsprechender Erfahrung das Klappern der Futterschale, um schnellstens zu ihrem Fressplatz zu kommen und das Futter zu erwarten. Selbst aus dem Schlaf fährt die Katze bei diesem Geräusch auf.

Regenbogenhaut
Iris. Sie umgibt die Pupille und bildet durch die Einlagerung von Pigmenten die Grundlage für die Farbe der Augen. In der Iris befinden sich Muskeln, die für das Erweitern und Verengen der Pupille verantwortlich sind. Die Farbe der Regenbogenhaut ist von ihrem Pigmentgehalt abhängig und individuell verschieden. Katzenbabys werden mit blauen Augen geboren, erst mit 8.12 Wochen beginnen sich die Augen zu verfärben. Dieser Prozess kann sich über mehrere Monate hinziehen und ist manchmal erst nach 1-1 1/2Jahren abgeschlossen.

Reifung
Entwicklung von Verhaltensweisen zur vollen Funktionsfähigkeit. Etwa mit 70 Lebenstagen sollten normalerweise alle angeborenen Verhaltensweisen, wie z.B. Körperpflege, Beutefang, Tötungsbiss vorhanden sein. Mit einsetzen der Geschlechtsreife ist auch die letzte Verhaltensweise zu voller Funktionstüchtigkeit herangereift

Reinigung
Die größte Aufmerksamkeit sollte der Toilette gewidmet werden. Sie muss immer gründlich gereinigt werden. Manche Katzen benutzen ihre Toilette nur ein einziges Mal. Damit solche Katzen nicht unsauber werden, stellt man einfach mehrere Katzentoiletten auf. Die Unterlage in der Schlafkiste wird entweder regelmäßig gewaschen oder erneuert.

Reinzucht
Reinzucht ist eine Zuchtmethode zur Ausnutzung der Ähnlichkeit zwischen Eltern und Nachkommen. Reinzucht wird auch als Rassezucht oder Fremdzucht innerhalb einer Rasse bezeichnet und ist die häufigste Zuchtmethode bei der Zucht von Liebhabertieren. Durch Paarung verschiedener Populationen oder Linien der gleichen Rasse sind durch Neuzuführung von Genen züchterische Fortschritte zu erreichen.

Reisen
Katzen sind keine Freunde von ständigen Ortswechseln. Katzen sind ihrem einmal bezogenen Revier treu. Nur dort fühlen sie sich sicher und geborgen. Für ältere Katzen stellen Reisen eine eindeutige Belastung dar. Deshalb sollte man, wenn möglich, unbedingt darauf verzichten Katzen mit auf Reisen zu nehmen. Ist es trotzdem unumgänglich, so sollte man für einen Transportbehälter sorgen, der zu Hause als Schlafplatz dient, um der Katze das Gefühl zu geben sie verreise mit ihrem „Heim“.
Ist eine Reise ins Ausland vorgesehen, so sollte man sich im Vorfeld nach den für das entsprechende Land gültigen Veterinärbestimmungen erkundigen.

Rekelsyndrom
Stoffwechselbedingte Streck- und Reckbewegung, die vorrangig der Muskeldurchblutung dient. Aus einer Ruhelage zur Bewegung übergehende Katzen rekeln sich meist. Erhebt sich die Katze aus dem Ruhesitzen oder der Kauerlage bevorzugt sie den Streckbuckel, welcher mit der Buckelstellung im Abwehrverhalten nichts zu tun hat. Schlief die Katze in Seitenhaltung oder eingerollt, so reckt sie sich zuerst auf den Hinterpfoten hoch und stellt die Vorderpfoten möglichst weit nach vorn. Meist folgt danach die umgekehrte Handlung. Dies ist oft mit Gähnen, Krallenspiel und Krallenschärfen verbunden.

Resorption
Aufsaugung der abgestorbenen Frucht. Selten mechanische Ursachen, meist als Folge von schweren Infektionskrankheiten. Manchmal durch falsche Ernährung. Sofern nur ein Teil des Wurfs resorbiert wird fehlen meist deutliche Symptome. Sonst Ausfluss, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber.

Ringflechte
Hautpilzerkrankung

Rohasche
Unter Rohasche versteht man den Gesamtgehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen in einem Futtermittel.

Rolligkeit
Auch Brunst, Ranz und Läufigkeit genannt. Periode des Zusammenstrebens von Männchen und Weibchen zum Zwecke der Fortpflanzung. Sie tritt normalerweise 2-3 mal im Jahr und zwar meist im Februar/März auf und hält jeweils 4-10 Tage an.
Günstigste Deckungszeit ist zwischen dem 3 und 6 Tag. Siamkatzen zeigen häufig keine so deutliche Abhängigkeit von der Jahreszeit. Die Rolligkeit tritt normalerweise erstmalig im Alter von 6-9 Monaten auf. Dann aber sind weibliche Katzen oft noch nicht ausgereift. Erst mit 12-15 Monaten erlangen, speziell die Edelkatzen, ihre Zuchtreife. Nach einer Geburt tritt in der Regel die nächst Rolligkeit erst nach 2-5 Monaten erneut auf. In der Phase der Rolligkeit neigen Katzen zu größerer Unruhe und zu weitem Streunen. Die Futteraufnahme ist auf ein Minimum herabgesetzt oder wird ganz eingestellt. Die Tiere informieren sich gegenseitig über ihren Zustand, durch Markierung mit Harn, durch Spritzharnen, Analduft und unverscharrtem Kot. Auch Weibchen können während der Rolligkeit spritzharnen. Männchen begegnen sich häufiger außerhalb ihre Territorien und lassen ihren lautstarken Kampfgesang hören, es kommt oft zu Rivalenkämpfen. Stark rollige Weibchen laufen mit eingeknicktem und hochgerecktem Schwanz umher, jaulen in immer stärkerem Maße und zeigen das typische Treteln. Nähert sich dem rolligen Weibchen endlich ein Männchen, so kommt es zum Paarungsvorspiel und daraufhin schließlich zu Paarung.

Rotationskreuzung
Die Anpaarung von Vatertieren aus 3 oder mehr genetisch differenzierten Linien in gleichbleibender Reihenfolge an die jeweils aus der vorangegangenen Paarung stammenden Weibchen. Es entstehen leistungsstarke weibliche Kreuzungstiere, die eine gute Selektionsbasis bilden. Eine Form der Rotationskreuzung ist die Wechselkreuzung. Als Ausgangsbasis werden nur 2 Reinzuchtlinien oder Reinzuchtpopulationen verwendet. An die Kreuzungsprodukte werden in folgenden Generationen abwechselnd die Ausgangspopulationen zur Erzielung von Liebhabertieren oder von weiblichen Zuchttieren angepaart.

Rückkreuzung
Werden uniforme F1-Tiere auf ihre reinerbigen Eltern rückgekreuzt, so ergeben sich homozygote Elternmerkmale und heterozygote F1-Merkmale im Verhältnis 1:1. Für die praktische Zuchtarbeit hat die Rückkreuzung insofern Bedeutung, als damit die Reinerbigkeit einer Katze für ein bestimmtes Merkmal festgestellt werden kann. Die Rückkreuzung ist tierzüchterisch eine gebräuchliche Inzestzuchtmethode

Ruhe
Ruhigstellung der motorischen Aktivität, äußerlich meist gekennzeichnet durch eine spezielle Ruhelage. Die Ruhe kann bedingt sein durch eine rein physische Ermüdung des Bewegungsapparates, dann zeigt sie sich als bloßes Entlasten und Entspannen des Körpers durch Anlehnen oder Niederlegen. Eine solche Rast findet bei der Katze bei völligem Wachsein statt, d.h. alle Sinne bleiben aktiv und die Reaktionen auf äußere Reize erfolgen prompt. Der Zustand der Ruhe, besonders beim liegenden Tier, kann auch schlafherbeiführend wirken. Das Tier beginnt zu dösen, die Aufmerksamkeit ist herabgesetzt, die Muskulatur erschlafft. Tiere suchen in dieser Phase gerne ruhige, geschützte, hochgestellte Überblick gestattende Plätze auf. Katzen verbringen einen großen Teil des Tages inaktiv. In einer Ruhe-Periode wird auch meist ausgiebig Körperpflege betrieben. Die Ruhestellungen lassen sich nach dem Grad von Wachsamkeit und latenter Aktionsbereitschaft ordnen:
Das Ruhe-Sitzen stellt den flüchtigsten Ruhe-Zustand dar. Es zeigt die Katze oft beim entspannten Beobachten, aber auch beim Dösen.  In der Kauerlage sind die Extremitäten entlastet. Bei weiterer Entspannung wird diese Kauerlage durch das sogenannte „Muffen“ modifiziert, wobei die Vorderpfoten zueinander eingeschlagen werden, als würden sie in einen Muff gesteckt.  Bei völliger Entspannung und großer Wärme liegen sie vollkommen gelöst auf der Seite oder auf dem Rücken.

Ruheplätze
Liegeplätze. Im Gegensatz zum Schlafplatz haben Katzen mehrere Ruheplätze, die unterschiedlich oft aufgesucht werden und wo sie nicht schlafen, sondern ihre Umgebung beobachten oder aber viele Stunden am Tag dösen. Ihre Ruheplätze sucht sich die Katze allein, sie sollte nur daran gehindert werden, wenn es in der Wohnung ein für uns nicht zu akzeptierender Platz ist.
Hochgelegene Ruheplätze werden bevorzugt. In der Wohnung sind Fensterbretter, Kachelöfen, Schränke oder die Rückenlehne der Couch beliebte Plätze.

Quelle: www.miau.de  Verfasser: „Claudia Grillenberger“ Copyright 2002 by Claudia Grillenberger



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