Zum Inhalt springen

Anschaffung

Gedanken für bzw. gegen die Anschaffung
Ein Haustier zu halten ist wie einen Mann im Hause zu haben, das heißt, aus dieser Situation ergeben sich gewiss große Vorteile: einerseits bist Du nicht allein, der Partner ist meist angenehm, und die Mäuse fürchten sich vor ihm. Andererseits verursacht er aber mehr Arbeit und ist manchmal unordentlich oder – bei falscher Erziehung – sogar unsauber. Wenn Du Dir ein Haustier anschaffen willst, dass nicht in einem Käfig gehalten werden muss, wird Deine Wahl fast zwangsweise auf eine Katze oder einen Hund, oder sogar auf beide fallen. Die Liebe zur Katze allein genügt nicht. Wenn Du das Tier wirklich liebst und respektierst, musst Du Dir zuerst fragen, ob Dein Haus und Deine Lebensgewohnheiten ihm behagen können. Wenn Du jede Woche ein paar Nächte auswärts verbringst oder wenn Du normalerweise eher um Mitternacht als am frühen Abend heimkommst und das Haus in der Morgendämmerung verlässt, wird keine Katze in Dir den idealen Besitzer sehen. Katzen sind sehr sauber. Sie sind die saubersten Haustiere überhaupt. Katzen kommen mit allen Situationen zurecht und akzeptieren das Leben so wie es kommt. Katzen erfreuen Dich durch ihre Spiele, respektieren aber auch Dein Bedürfnis nach Ruhe. Katzen sind schön anzuschauen mit ihrem graziösen Bewegungen und ihrer natürlichen Eleganz. Bereits als ganz junge Tiere entwickeln sie die Geschmeidigkeit, die es ihnen erlaubt, mit schlafwandlerischer Sicherheit Hindernisse zu umgehen, eine Eigenschaft, die in unseren manchmal so überfüllten Wohnung für das Zusammenleben von Mensch und Tier sehr wichtig ist.

Es gibt viele Umstände, die eine Hundehaltung unratsam machen, einer Katze aber ein sehr angenehmes Leben ermöglichen. Wenn Du in einer Wohnung lebst und tagsüber nicht zu Hause bist, kannst Du Dir den Gedanken an einen eigenen Hund aus dem Kopf schlagen, doch unter bestimmten Voraussetzungen könnte eine Katze – oder noch besser zwei Katzen, die sich gegenseitig Gesellschaft leisten – sich dabei ganz wohl fühlen. Was soll man aber unter bestimmten Voraussetzungen verstehen? Versuchen wir, diesen Begriff etwas näher zu definieren. In gewissen Mietverträgen ist Hundehaltung ausdrücklich untersagt, während gegen den Besitz von Katzen nichts eingewendet wird. Wichtiger aber ist die Frage, was für die Katze selbst annehmbar ist. Du solltest die engere Wohnung regelmäßig verlassen und die Katze in der näheren Umgebung des Hauses aufhalten lassen.

Wohnungen sind problemlos, wenn Du den Hauseigentümer von der Notwendigkeit einer Katzentüre überzeugen kannst. Wenn Du im ersten Stockwerk oder noch höher wohnst, musst Du Deine Phantasie vielleicht etwas mehr anstrengen. Vielleicht gibt es am Haus ein Vordach, über das die Katze bequem Dein Fenster erreichen kann. Manche Katzen lernen auch eine Katzenleiter zu benutzen. Natürlich birgt der freie Ausgang für Deine Katze gewisse Gefahren. Es ist aber auch unerfreulich, eine Katze in der Wohnung eingesperrt zu halten, wo sie sich tagelang zu Tode langweilt und wo ihr die Fütterungszeiten die einzige Abwechslung bieten. Du brauchst Dir keine Zeit zu nehmen, Deine Katze auszuführen, musst sie aber füttern, manchmal kämmen und bürsten und auf jeden Fall oft mit ihr sprechen. Die meisten Anfänger-Katzenhalter lassen sich von einem jungen Kätzchen verführen, das lebhaft, spielfreudig, unterhaltend und abhängig ist. Vergesse aber niemals, dass ein Kätzchen zu einer Katze heranwächst. Ein Kätzchen hast Du in den ersten sechs Monaten, die Katze aber ca. während den folgenden vierzehn Jahren.

 
Was für eine Katze?
Man kennt bereits um die sechzig verschiedene Katzenrassen, und es werden laufend neue geschaffen. Als Familienkatze eignet sich die gute alte europäische Hauskatze (oder Europäisch Kurzhaar, wenn es unbedingt eine Rassekatze sein muss) wohl am besten. Eine kurzhaarige Katze zu halten, bedeutet viel weniger Haarpflege. Das Haar dunkler Katzen fällt auf den Polstermöbeln, auf dem Abendanzug oder auf dem schwarzen Partykleid weniger auf. Exotische Katzen wie Burmesen, Siamesen und Perser sind ebenfalls gute Hausgenossen, jede auf ihre eigene Art. Die langhaarigen Katzen brauchen viel Haarpflege und die Siamesen/Burmesen sprühen geradezu vor Temperament. Wenn Du Dir ganz besonders eine exotische Schönheit wünscht, suche am besten jemanden, der bereits eine solche Katze besitzt. In direktem Kontakt mit dem Tier siehst Du am ehesten, wie geeignet die Rasse für Dich wirklich ist. Mehr zu den einzelnen Katzenrassen findest Du in der Rubrik Katzenrassen.
Wie viele Katzen – eine oder mehr?
Vieles spricht für ein Katzenpärchen, wobei es sich nicht unbedingt um ein „Ehepaar“ handeln muss, also nicht nur um ein Männchen und um ein Weibchen. Die meisten Hauskatzen werden kastriert, und das Geschlecht spielt dann – zumindest in dieser Beziehung – keine große Rolle mehr. Zwei Katzen leisten einander gegenseitig Gesellschaft, besonders wenn man sie tagsüber – beruflich bedingt – allein lassen muss. Im Kätzchenalter können sie zusammen spielen, und wenn sie älter werden, können sie einander helfen, falls ihr Territorium von einer unfreundlichen Katze aus der Nachbarschaft bedroht wird. Weitere Informationen unter Ratgeber – Katzen untereinander.
Welches Geschlecht?
Obschon Du Deine Katze höchstwahrscheinlich später kastrieren lassen wirst, solltest Du Dir zuerst überlegen, welchen Geschlechts sie sein sollte. Die Kastration eines Katers ist billiger als der entsprechende Eingriff bei einer Kätzin. Der Kater wird normalerweise etwas größer, was als Vor- oder Nachteil empfunden werden kann. Wenn Blasenerkrankungen (z.B. Harnsteine) auftreten, ist die Krankheit beim Kater unter Umständen bedrohlicher, da schwieriger zu behandeln als bei der Kätzin. Weibliche Katzen können sanfter sein. Die Kastration kostet mehr, und die Katze wird vorher vielleicht einmal Junge werfen.

Einer der Vorteile, die die Haustierhaltung in der Familie mit sich bringt, ist der großartige Unterricht in Lebenskunde, von dem Kinder profitieren können. Am lebenden Beispiel wird ihnen Geschlechtsleben, Geburt, Tod usw. veranschaulicht. Wenn Du eine unkastrierte Kätzin besitzt, wird sie fast sicher gelegentlich Junge werfen, und diese Erfahrung kann auch ein guter Grund sein, Kinder mit Haustieren aufwachsen zu lassen. Nach der Aufzucht einer Wurfes kann die Katze kastriert werden., um ihrer sonst allzu großen Fruchtbarkeit ein Ende zu setzen.

Bestimmung des Geschlechts
Für den Amateur ist es oft nicht leicht, bei Jungtieren das Geschlecht zu bestimmen, da die männlichen Geschlechtsorgane noch sehr schwach entwickelt sind. Wenn Du unter dem Schwanz einen „Doppelpunkt“ (:) entdeckst, handelt es sich um ein Männchen, bei einem umgedrehten „Ausrufezeichen“ (!) um ein Weibchen. Diese Art der Geschlechtsbestimmung ist nicht nur sehr einfach, sondern auch sehr effektiv.
Kosten der Anschaffung – Laufende Kosten
Jedes Vergnügen hat seinen Preis und so ist auch die Katzenhaltung nicht gratis. Allerdings sind diese Kosten nicht sehr hoch. Du solltest Dich aber mit dieser Frage beschäftigen, bevor Du Dir eine Katze anschaffst.

Kätzchen erhältst Du meist kostenlos, denn das Angebot ist immer noch größer als die Nachfrage, besonders von Mai bis September. In den Wintermonaten (November bis März) gibt es viel weniger Kätzchen, und Du wirst während dieser Jahreszeit vielleicht etwas dafür bezahlen müssen. Viel versprechende Rassekatzen (mit Ahnentafel) sind bedeutend teurer und werden meist von Züchtern und Ausstellern gekauft. Die in Anschaffung und Haltung billigere Katze kann ein ebenso gutes, anhängliches und zufriedenes Haustier sein wie eine verwöhnte Luxus-Rassekatze.

Wenn Du bereits glücklicher Besitzer eines gekauften oder geschenkten Kätzchens bist, musst Du abgesehen von den Futterkosten mit folgenden Ausgaben rechnen:

Impfungen

Impfungen sind unerlässlich. Grundimmunisierungen gegen Katzenseuche und infektiösen Schnupfen müssen meist nach einem Monat und auf alle Fälle jährlich oder alle zwei Jahre wiederholt werden. Wenn Du in einem tollwutverseuchten Gebiet wohnst oder mit Deiner Katze ins Ausland fahren willst, musst Du außerdem die Katze gegen Tollwut impfen lassen. Auch diese Impfung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Kastration

Sie wird normalerweise im ersten Lebensjahr ausgeführt. Die Kastration der Kätzin kostet doppelt so viel wie die Katerkastration. Natürlich handelt es sich um eine einmalige Ausgabe.

Kamm, Ess- und Trinknapf

Sie sind unbedingt nötig, kosten aber nur sehr wenig. Wahrscheinlich hast Du genug Geschirr, doch Du solltest unbedingt die Katzenteller und das Trinkschüsselchen nur für die Katze benutzen.

Katzenhöhle oder Katzenkorb

Deine Katze wird irgendwo schlafen wollen. Natürlich kannst Du ihr eine Katzenhöhle oder ein Körbchen kaufen, aber junge und auch ältere Katzen schlafen sehr gerne in einer mit Zeitungen ausgelegten Kartonschachtel. Darin ist es warm, und die Katze fühlt sich in Sicherheit. Du kannst die Einlage täglich erneuern und die Schachtel nach dem wöchentlichen Großeinkauf durch eine brandneue ersetzen.

Transportbehälter

Ein schließbarer Reisekorb oder eine Tragtasche ist eine Notwendigkeit oder zumindest eine sehr nützliche Anschaffung. Eine frei im Auto umherlaufende Katze ist nicht unbedingt vereinbar mit der Sicherheit im Straßenverkehr. Du wirst mit Deiner Katze wahrscheinlich mehr als einmal zum Tierarzt oder ins Ferienheim gehen müssen und dabei einen geeigneten Transportbehälter brauchen. Da gibt es Weidenkörbe, sie sind nicht gerade billig, und für Holzkistchen oder Plexiglasbehälter musst Du noch tiefer in die Tasche greifen. Aber all diese Möglichkeiten sind besser als alte, zugeschnürte Kartonschachteln, die bei der Katze nur panische Angst auslösen. Es ist wichtig, dass sie hinausschauen kann, wenn man sie schon einsperren muss.

Pensionskosten

Das Tierheim oder die Katzenpension, welche Deine Katze während Deiner Ferienabwesenheit betreut, berechnet einen gewissen Betrag pro Tag oder, bei längerem Aufenthalt, eine Pauschale.

Tierarztrechnungen

Tierarztrechnungen müssen auch in Betracht gezogen werden. Katzen sind im allgemeinen gesunde und widerstandsfähige Tiere. Nach den Grundimmunisierungen und der Kastration müssen die meisten nur noch selten tierärztlich behandelt werden. Natürlich können Unfälle geschehen, Ohrenentzündungen, Abszesse usw. auftreten, und mit der Zeit leidet jede Katze an verschiedenen Altersbeschwerden. Die Tierarztkosten für eine durchschnittliche Katze sind somit nicht sehr hoch. Vielleicht erwischt Du aber eine Katze, die alles andere als ein Glückspilz ist, oder Du selbst bist etwas überängstlich. Dann musst Du für Tierarztkosten wahrscheinlich drei- bis viermal mehr ausgeben.

Futter

Das Futter reißt das größte Loch in Dein Katzenbudget. Am einfachsten und billigsten ist es, wenn Du Deiner Katze eine der üblichen industriellen Vollnahrungen verfütterst.

Katzenstreu und Katzenklotüten

Das zweitgrößte Loch reißt das Katzenstreu in Dein Katzenbudget. Du solltest ausprobieren, welches Katzenstreu Deine Katze bevorzugt. Tüten fürs Katzenklo sind unerlässlich für die Hygiene. Aufgrund der Hygiene und somit der Krankheitsvorbeugung, ist das Katzenklo täglich zu leeren und 2-3 Mal die Woche komplett zu säubern.

Woher?
Dein Entschluss steht fest: eine Katze muss her! Du bist auch bereit, sie artgerecht zu halten und zu füttern. Wo findest Du nun ein Kätzchen?

Privatmarkt

Der allerbeste Ort, sich ein Kätzchen zu beschaffen, ist der Ort, wo es geboren wurde und wo es noch mit seiner Mutter zusammenlebt. Von der Mutter kommt es so direkt zu Dir. Obwohl auch dieser Wechsel dem Tierchen nicht immer leicht fällt, wird er viel besser und problemloser vertragen als eine doppelte Umstellung, wie sie stattfindet, wenn das Kätzchen zuerst in ein Tierheim oder zu einem Händler kommt und erst dort abgeholt wird. Dein Kätzchen sollte etwa acht Wochen alt sein, wenn Du es von der Mutter trennst. Ein zweimaliger Ortswechsel in diesem zarten Alter wäre zu belastend für das junge Gemüt.

Wenn das Kätzchen die ersten Wochen in einer Familie und im freundlichen Kontakt zu Kindern verbracht hat, wird es ziemlich sicher anschmiegsam und zutraulich sein. Ist es aber wild geboren und hatte in den ersten Lebenswochen selten oder überhaupt nie Kontakt zu Menschen, wird das Tier immer scheu und schwer zugänglich bleiben. Wenn ein Kätzchen im Alter von zwei bis drei Wochen bereits von Kindern gestreichelt, gehätschelt und herumgetragen worden ist, betrachtet es dies als eine ganz normale Sache und wird sein Leben lang nichts dagegen einzuwenden haben. Verlasse Dich nicht nur auf den Augenschein: sehr oft schätzen Kätzchen Zuwendung in den unmöglichsten Formen.

Du hast jetzt beschlossen, ein Kätzchen bei seiner Mutter abzuholen. Doch wo findest Du nun diese Mutter? Im Frühling und anfangs Sommer besteht da kein Problem, denn es gibt Kätzchen im Überfluss. In den Gratisanzeigen der Einkaufsläden sind oft auch Kätzchen ausgeschrieben. Außerdem haben auch Tierärzte eine meist beachtlich lange Liste von zu verschenkenden Kätzchen. Du hast nun eine Adresse erhalten. Gehe hin und schaue Dir die Kätzchen erstmals an. Vergesse bitte alle Sentimentalität: Du suchst ein geeignetes, gesundes Kätzchen, das alt genug ist, um seine Mutter zu verlassen und das vom erwünschten Geschlecht ist. Versuche, Dein Mitleid für ein zerzaustes, mageres, schmutziges und von Flöhen geplagtes Kätzchen zu unterdrücken.

Katzen vom Bauernhof – Zugelaufene Katze

Katzen, die Du direkt von einem Bauernhof holst haben den Vorteil, dass sie meistens recht robust und auch gute Mäusefänger sind. Durch ihren großen Freiheitsdrang eignen sie sich jedoch nicht als reine Wohnungskatze. Natürlich kann es auch passieren, dass Dir eine Katze zuläuft. In diesem Fall musst Du Dich versichern, dass das Tier tatsächlich keinen anderen Besitzer hat. Bei gutgenährten Katzen handelt es sich meistens um „Streuner“. Falls Du bereits eine eigene Katze besitzt ist es sehr wichtig, „Neuankömmlinge“ erst einmal auf eventuelle Infektionen untersuchen zu lassen, um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden. Bis zum Besuch des Tierarztes darfst Du sie nicht mit anderen Tieren in Berührung kommen lassen.

Der Kauf in Tierhandlungen

Tierhandlungen bieten meistens eine ganze Anzahl verschiedenster Katzenarten an. Hier hast Du gute Chancen, Dich auf Anhieb in eines der Tiere zu „verlieben“. Es ist überhaupt sehrt wichtig, dass Du Dich von Anfang an mit dem Tier Deiner Wahl sehr gut verstehst. Achte beim Kauf Deiner Katze darauf, dass das Tier nicht nur gesund und munter aussieht, sondern dass sein guter Gesundheitszustand auch durch ein tierärztliches Zertifikat bestätigt wird.

Der Kauf beim Züchter

Rassekatzen kann man direkt beim Züchter kaufen. Um lange Transportwege zu vermeiden, ist es am besten, wenn Du Dich an einen Züchter in Deiner Nähe wendest. Adressen von Züchtern findest Du außer in Fachzeitschriften wie z. B. Katzen extra oder Du informierst Dich direkt bei Katzenausstellungen. Beim Kauf einer Katze vom Züchter solltest Du einen Stammbaum erhalten. Manchmal bekommst Du dieses Dokument jedoch erst, nachdem Du die Katze kastriert oder sterilisiert hast. Auf diese Weise schützt sich der Züchter vor Konkurrenz. Eine gute Rassekatze hat ihren Preis. „Billigangebote“ sind nicht unbedingt wirklich günstiger. Anderseits ist das teuerste Tier nicht auf jeden Fall das beste Tier für Dich, da es vielleicht überzüchtet ist und ein zu nervöses Temperament besitzt, um noch ein angenehmer Hausgenosse zu sein . Weibchen sind meistens billiger als Männchen, und oft ist die letzte Katze des Wurfs am billigsten, da sie meistens auch die schwächste und kleinste ist. Wichtiger als der Preis ist der Eindruck, den Du von Deiner Katze hast.

Die Katze aus dem Tierheim oder von privater Katzenhilfsorganisationen

Wenn Du Deine Katze aus dem Tierheim holst, wirst Du meistens nur um eine Spende in beliebiger Höhe gebeten. Der von Dir gespendete Betrag wird zur Deckung der medizinischen Betreuung der Tiere verwendet, die bei ihrem Eintreffen im Tierheim erst einmal geimpft werden müssen und auch oft nicht gerade in der besten gesundheitlichen Verfassung sind. Nachdem Du Deine Katze aus den vielen Insassen des Heims ausgewählt hast, musst Du mit Deinem neuen Hausgenossen zuerst einmal zu dem hausinternen Tierarzt des Heims gehen, der Deine Katze noch einmal untersucht und Dir bei gesundheitlichen Problemen auch noch einige Zeit nach dem Erwerb der Katze kostenlos zur Verfügung steht.

Fehler bei jungen Katzen  nach der Wichtigkeit eingestuft:
Allgemeiner Körperzustand

Ein Kätzchen sollte mollig und schwer wirken. Nehme kein mageres Tier. Im Alter von sechs Wochen sollte es mindestens 750g wiegen. Früher darf es auf keinen Fall von seiner Mutter weggenommen werden. Orientalische schlanke Katzen wie Siamesen und Burmesen sind etwas leichter gebaut.

Augen, Nase

Verwerfe alle niesenden Kätzchen mit tränenden Augen und Nasenausfluss. Beide Augen sollten weit offen und klar sein.

Schwanzansatz.

Achte auf Zeichen von Durchfall: ein beschmutzter Schwanz oder ein wunder After sind Alarmzeichen. Sehe Dich um, vielleicht finden sich Spuren von Durchfall auf dem Boden.

Fell

Es sollte sauber sein und keine Spuren von starkem Flohbefall aufweisen.

Ohren

Sie haben häufig bereits Mutters Ohrmilben geerbt. Untersuche den Gehörgang: trockene bräunliche oder rötliche Krusten weisen auf Milbenbefall hin. Davon wird ebenfalls später noch die Rede sein. Du kannst ein Kätzchen nehmen, auch wenn es Ohrmilben hat, denn die Behandlung ist relativ einfach. Gehe auf Deinem Heimweg eventuell beim Tierarzt vorbei und frage ihn um Rat.

Überzählige Krallen

Manchmal kommen bei Katzen überzählige Zehen und Krallen vor (Polydaktylie). Jede Pfote sollte vier Krallen und innen an den Vorderbeinen zusätzlich eine Afterkralle (unserem Daumen entsprechend) haben. Bei gewissen Katzen kommen bis zu zehn Krallen an jeder Pfote vor. Überzählige Zehen können das Tier unter Umständen stören, da die Krallen oft zu lang werden. Viele Kätzchen haben sich allerdings trotz dieses kleinen Übels zu prächtigen Katzen entwickelt und sind sehr alt geworden. Es ist deshalb schwierig, hier ein hartes Urteil zu fällen. Du solltest aber wissen, dass Katzen mit Polydaktylie an keiner Ausstellung zugelassen werden, weil die Anlage dazu erblich ist!

Farbe
Vierfarbige Katzen (sogenannte Schildpatt mit weiß, oder calico) mit roten, gelben, weißen und schwarzen Flecken sowie rot/schwarze Katzen (schildpatt) sind fast immer weiblich.

Rote Katzen sind oft Kater, aber verlasse Dich nicht zu sehr auf diese Regel, die durch sehr viele Ausnahmen bestätigt wird. Das Geschlecht der schildpattfarbenen Katzen kann auf Distanz mit fast hundertprozentiger Sicherheit bestimmt werden, aber bei roten Katzen solltest Du keine Wette eingehen.

Weiße Katzen sind manchmal taub, besonders bei blauer oder ungleicher Augenfarbe (ein blaues und ein gelbes Auge). Ihr Sehvermögen ist jedoch nicht im geringsten beeinträchtigt.

Schlusswort
Glaube bitte nicht, dass jedes Kätzchen eine ungesunde und flohbeladene Katastrophe ist. Dies stimmt absolut nicht, aber obschon man einem geschenkten Gaul bekanntlich nicht ins Maul gucken sollte, empfiehlt es sich, ein ebensolches Kätzchen doch etwas genauer zu betrachten, damit sich das Geschenk nicht später als Bestrafung entpuppen kann.

Wenn Du eine Rassekatze bei einem erfahrenen Züchter kaufst, treten normalerweise keine Probleme auf. Auch hier solltest Du aber Deine Augen offen halten. Lasse Dich nicht zum Kauf eines Kätzchens überreden, das nicht vollkommen gesund erscheint. Glaube nicht, dass ein niesendes Kätzchen nur an einer vorübergehenden Erkältung leidet und weise die Erklärung, dass alle Katzen Ohrmilben und Flöhe haben, ab. Wenn Dir das erkältete oder sich kratzende Kätzchen besonders gefällt, hole es später ab, nachdem der Züchter oder Verkäufer es von Schnupfen oder Flöhen kuriert hat. Scheue Dich nicht, den Tierarzt zu Rate zu ziehen. Zeige ihm unter Umständen das Kätzchen, bevor Du es kaufst. Er wird Dich gewissenhaft beraten, und der Preis einer Konsultation lohnt sich auf jeden Fall, handle es sich nun um den Kauf einer Rassekatze oder die Übernahme einer gewöhnlichen Hauskatze.

 



Katzen-Life.de folgen/empfehlen